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Gencodes
Trotz intensiven Recherchen und etlichen Nachfragen bei Züchtern konnten wir noch keine einheitlichen Gencodes für die verschiedenen Farbschläge oder anderen phänotypischen Merkmale für Streifenhörnchen finden.
 
Der Grund für diese Uneinigkeit liegt wohl darin, dass es bisher noch keinen offiziellen Zuchtverband gibt , der solche Richtlinien festlegt, wie dies beispielsweise bei Hunden, Katzen, Kaninchen, Hamstern, Mäusen usw. der Fall ist. Die Zucht von Streifenhörnchen ist im Vergleich zu den genannten Tierarten eben noch eine sehr junge Disziplin. Man könnte sagen glücklicherweise, denn dadurch halten sich die Zuchtschäden bisher in einem begrenzten Rahmen.
 
Eines jedenfalls ist klar. Anders als beispielsweise bei Hamstern, wo es zig Farbschläge, sowie andere Merkmale wie, langhaarige, seidenfellige, gescheckte, gebandete usw. gibt, ist das phänotypische Spektrum bei Streifenhörnchen beschränkt. Deshalb müssen auch keine derart komplizierten Gencodes verwendet werden.
 
Ganz unabhängig davon, wie man nun die entsprechenden Gencodes bezeichnen will, ändert dies nichts an den Modellen der Vererbungslehre von Mendel. Einfach gesagt könnte man die Buchstaben einfach auswechseln, wenn es denn jemals dazu kommen sollte, dass sich die Züchter von Streifenhörnchen auf bestimmte, allgemeingültige Gencodes einigen können.
 
Bis es soweit ist haben wir uns nun „provisorisch“ auf die unten, beschriebenen Gencodes festgelegt, in dem Bewusstsein, dass diese eben nicht als absolut zu betrachten sind:
 
Naturfarben = Wildtyp – Gencode: BB
immer dominant
andere Bezeichnungen: bb, AA (für Auouti)
Naturfarbene Hörnchen werden auch als Wild-Typ bezeichnet, weil sie die gleiche Farbe haben, wie ihre wild lebenden Verwandten. Von allen Hörnchen sind sie deshalb die robustesten. Es ist deshalb ratsam, bei der Zucht von anderen „Farbschlägen“ immer ein naturfarbenes Hörnchen beizuziehen.
 
Zimt = erhöhte Phäomelanin Konzentration – Gencode: pp
dominant gegenüber xx, cc, gg – rezessiv gegenüber BB
andere Bezeichnungen: zz (zimt), blbl (brown light), bb, rr (red)
Bei Streifenhörnchen ist Zimt oder Cinnamon ein Farbschlag, der vom Braunton naturfarbener Streifenhörnchen abweicht. Die Farbe ist etwas heller und hat einen wärmenden, rötlichen Ton. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich an einer erhöhten Phäomelanin Konzentration im Fell. Melanin, jene Farbpigmente, welche für die Farbgebung der Haare, der Haut und der Augen verantwortlich ist, tritt gewöhnlich in einer Mischung aus zwei Varianten auf. Während Eumelanin für schwarze und braune Farbtöne massgebend ist, beeinflusst das Phäomelanin die Rot-, Hellbraun- und Blondtöne. Da Melanin auch für den Lichtschutz vor gefährlicher UV- Strahlung verantwortlich ist, muss davon ausgegangen werden, dass die zimtfarbenen Hörnchen etwas weniger gut geschützt sind, als ihre wildfarbenen Verwandten.
 
Grau = Gencode: gg
dominant gegenüber xx, cc – rezessiv gegenüber BB, pp
andere Bezeichnungen: grgr (grey), sisi (silver)
Grau ist ebenfalls ein Farbschlag, der vom Braunton naturfarbener Streifenhörnchen abweicht. Die Farbe liegt irgendwo zwischen einem verwaschen grau und bräunlich. Die „grauen“ Hörnchen sind so selten und die Erfahrungswerte im Allgemeinen so gering, dass wir uns nicht wagen irgendwelche Aussagen zu diesem Farbschlag zu machen. Auch die oben erwähnten Bezeichnungen sind daher mit Vorsicht zu geniessen.
 
Weiss ohne rote Augen = Leuzismus – Gencode: xx
immer rezessiv
andere Bezeichnungen: ww (weiss), vv (international für Leuzismus)
Leuzsimus ist eine Defekt- Mutation, bei der das Fell weiss und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält. Der Grund dafür ist, dass in der frühembryonalen Entwicklung diese Fehlentwicklung dazu führte, dass keine oder nur sehr wenige Melanoblasten aus der Neuralleiste auswandern konnten. Damit gibt es an der Körperoberfläche keine pigmentbildenden Zellen mehr. Bereiche, die mit dem Zentralnervensystem unmittelbar zusammenhängen, besonders die Augen, haben meist zumindest eine gewisse Anzahl pigmentbildender Zellen, so dass die Augen von leuzistischen Tieren hellbraun oder dunkelblau bis orange gefärbt sind. Ausserdem haben die Streifenhörnchen mit Leuzismus hellbeige Streifen auf dem Rücken.
Hörnchen mit Leuzismus sind aufgrund des fehlenden Melanins sehr lichtempfindlich. Das sollte insbesondere bei der Aussenhaltung berücksichtigt werden
In der freien Natur würden es diese Hörnchen schwer haben, zu überleben, weil ihr Fellkleid zu auffällig ist. Deshalb gibt es in der Wildnis nur wenige Hörnchen mit Leuzismus.
 
Weiss mit roten Augen = Albinismus – Gencode: cc
immer rezessiv
andere Bezeichnungen: ww (weiss), aa (farblos)
Im Gegensatz dazu sind beim Albinismus die farbstoffbildenden Zellen (Melanozyten) zwar vorhanden, aber unfähig den Farbstoff Melanin zu bilden. Durch diese Pigmentstörung erscheint das Haarkleid bei einem vollständigen Albinismus weiss (ohne beige Streifen) und auch die Augen erscheinen rot, ganz unabhängig davon, welche Augenfarbe das betreffende Tier ohne Albinismus hätte. Albinismus kann bei jeder Tierart und auch bei Menschen auftreten, kommt aber bei Hörnchen sehr selten vor.
Albinos sind aufgrund des fehlenden Melanins sehr lichtempfindlich. Das sollte insbesondere bei der Aussenhaltung berücksichtigt werden.
In der freien Natur würden es diese Hörnchen ebenfalls schwer haben, zu überleben, weil ihr Fellkleid zu auffällig ist. Deshalb gibt es in der Wildnis nur wenige Albino- Hörnchen.
 
Änderungsvorschläge?
Falls jemand andere Vorschläge für die Gencode- Bezeichnungen hat oder gar über fundierte Kenntnisse der Genetik verfügt, lassen wir uns gerne belehren. Aber bitte keine Übertragungen von anderen Tierrassen! Es macht unserer Meinung nach keinen Sinn, beispielsweise die Gencodes von Hamstern zu übernehmen.