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Krankheiten
Es gibt viele Ursachen die bei Streifenhörnchen zu Erkrankungen führen können: Mangelerscheinungen, Vitaminüberschuss, falsche Ernährung, schlechtes Futter, Erbkrankheiten, unzureichende Hygiene, Zugluft oder Stress sind nur einige Beispiele. Leider versuchen Streifenhörnchen naturbedingt Krankheitsanzeichen möglichst lange zu verbergen (Angst vor Fressfeinden), was dazu führt, dass viele Erkrankungen erst sehr spät erkannt werden. Im Folgenden sind die häufigsten Krankheiten aufgeführt: Erkältung Symptome: • Nasenfluss • feuchte, verkrustete Nase • häufiges Niesen Ursachen: • Zugluft • feuchtes Stroh/ Streu • Allergie (vor allem bei tränenden verklebten Augen) Massnahmen: • Tierarztbesuch/ Medikamente • Standort der Voliere überprüfen • Streu kontrollieren (feucht?) • Allergie gegen Heu oder Streu? • Infrarot- Wärmelampe Lungenentzündung Symptome: • Nasenausfluss • Häufiges Niesen • Atemgeräusche • Struppiges Fell • Appetitlosigkeit • Gewichtsverlust Ursachen: • Zugluft • Erkältung • Bakterien (Staphylokokken , Streptokokken, E.coli) Massnahmen: • Tierarzt/ Medikamente • Infrarot- Wärmelampe • aufpäppeln mit Baby-Brei (ohne Zucker und Milch) evtl. gemahlene Haselnüsse beigeben • Ruhe • Versorgung mit viel Flüssigkeit (evtl. mit ein paar Tropfen Rescue Remedy- Notfalltropfen) Durchfall Symptome: • breiiger, wässriger Stuhl • Verklebtes Fell am After • Mattigkeit/ Apathie • Struppiges Fell • Schwäche/ Abmagerung • Dehydration (Felltest machen) Ursachen: • Störungen der Darmflora (z.B. bei Futterumstellung) • Fütterungsfehler (z.B. zu viele Früchte/ Leinsamen) • laktosehaltige Produkte (z.B. Kuhmilch) • Stress • Infektionen Massnahmen: • Tierarztbesuch/ Medikamente • bei Dehydration Flüssigkeit einführen (500ml abgekochtes Wasser, ½ Teelöffel Salz und 3 TL Traubenzucker oder ein wenig Honig) in Einwegspritze aufziehen und oral verabreichen. Etwa alle 15 – 30 Min. verabreichen, bis sich Zustand verbessert hat. • Fasten für 24 Std.: Schwarztee (2. Aufguss) und Zwieback) • Wärmelampe • Futterabgabe überprüfen Wurmbefall Symptome: • Würmer im Kot, am After • Abmagerung • struppiges Fell Ursachen: • Kontaminiertes Heu (Wurmeier) • Minderwertiges Futter (Wurmeier) • Geschwächtes Immunsystem durch Stress (verhindert Abwehr) Massnahmen: • Tierarztbesuch/Medikamente • oder Kotprobe untersuchen lassen • Streu und Futter überprüfen Harnwegsinfekt Symptome: • Blutiger Urin • Rückenkrümmen • Mattigkeit/ Apathie • evtl. erhöhte Flüssigkeitsaufnahme Ursachen: • Bakterien • Unterkühlung (durch feuchtes Einstreu) Massnahmen: • Tierarzt/ Medikamente • Einstreu ersetzen • Infrarot- Wärmelampe • viel Flüssigkeitszufuhr Lebererkrankungen Symptome: • Appetitlosigkeit • evtl. Erbrechen und Durchfall • allgemeine Schwäche • erhöhte Wasseraufnahme/ Harndrang • in akuten Fällen gelbliche Verfärbung der Schleimhäute (Gelbsucht) Ursachen: • Viren, Bakterien • zu kleiner Käfig • zu fettreicher Ernährung • zu hoch dosierte Vitaminpräparate • Überfütterung mit chitinhaltigem Lebendfutter (Mehlwürmer, Grillen, Heimchen...) • giftige Pflanzenbestandteile gefressen Massnahmen: • Tierarzt/ Medikamente/ Therapie • evtl. weniger Vitaminpräparate • mehr Bewegung/ Auslauf • weniger fetthaltige Nüsse und Sämereinen • weniger Lebendfutter verabreichen • giftige Pflanzen aus dem Auslaufbereich entfernen Ektoparasiten (Milben/ Flöhe/ Läuse) Symptome: • andauerndes Kratzen • kahle Stellen im Fell Ursachen: • verunreinigtes Einstreu (vor allem Stroh) • kontaminiertes Futter • andere befallene Haustiere Massnahmen: • Fellprüfung: Mit der Hand gegen den Strich übers Fell streichen (Parasiten/ Eier?) • wenn das nicht möglich ist, ein weisses Tuch in die Voliere hängen • mit den Proben zum Tierarzt gehen/ Medikation nach Anweisung Hitzestau/ Dehydration Symptome: • Mattigkeit/ Apathie • Erhöhte Atemfrequenz • Kreislaufversagen • Dehydration (Felltest machen!) Ursachen: • zuviel direkte Sonneneinstrahlung (Sonnenstich) • zu hohe Hitze über einen längeren Zeitraum Massnahmen: • Hörnchen sofort an schattigen Ort bringen • in akuten Fällen in feuchtes, kaltes Tuch wickeln • bei Dehydration sofort Flüssigkeit einführen (500ml abgekochtes Wasser, ½ Teelöffel Salz und 3 TL Traubenzucker oder ein wenig Honig) in Einwegspritze aufziehen und oral verabrei-chen. Etwa alle 15 – 30 Min. verabreichen, bis sich Zustand verbessert hat. • evtl. Tierarzt aufsuchen, wenn er in der Nähe wohnt oder besser ihn kommen lassen, damit er eine Infusion zur Stabilisierung des Wasserhaushalts setzen kann. • Raumtemperatur mit Ventilator abkühlen (direkte Zugluft durch Ventilator vermeiden!) Backentaschenentzündung Symptome: • Fressunlust • Abmagerung • evtl. Blutung aus dem Mund • evtl. Schwellung der Backentaschen oder • fauler Geruch aus dem Mund Ursachen: • Verletzung durch spitze Futteranteile • Verklebung der Backentaschen (z.B. durch Schokolade oder Süssigkeiten!!!) • Bakterien Massnahmen: • Tierarztbesuch/ Medikamente • aufpäppeln mit Baby-Brei (ohne Zucker und Milch) evtl. gemahlene Haselnüsse beigeben • statt Wasser Kamillentee (2. Aufguss) verabreichen • keine Süssigkeiten verabreichen!!! Diabetes Symptome: • übermässige Wasseraufnahme und Urinausscheidung • in fortgeschrittenem Stadium kommt es zu einer Linsentrübung Ursachen: • übermässige Zuckerzufuhr (industrieller Zucker) • evtl. erblich bedingt Massnahmen: • Tierarzt/ Medikamente/ Therapie • auf Abgabe von zuckerhaltigen Produkten verzichten (Knabbestangen auf Zuckergehalt prü-fen) • unter keinen Umständen Süssigkeiten (Schokolade, Biscuits usw. verabreichen!!) • Züchter informieren (wenn mehrere Tiere aus derselben Linie Symptome zeigen, dürfen die Zuchtpaare nicht mehr für die Zucht verwendet werden!) Zahnfehlstellungen Symptome: • erschwerte Futteraufnahme • Abmagerung • Mattigkeit/ Apathie • evtl. Abszessbildung Ursachen: • erblich bedingte Zahnfehlstellung • Verletzungen im Kieferbereich • Fehlende Abnutzung (falsches, zu weiches Futter) Massnahmen: • Vom Tierarzt Zähne kürzen lassen • Ursache abklären: • bei erblich bedingter Zahnfehlstellung den Züchter informieren (Eltern dürfen dann nicht mehr zur Zucht verwendet werden!) • bei erblich bedingter Zahnfehlstellung müssen die Zähne regelmässig gekürzt werden • bei fehlender Abnutzung ist eine Futterumstellung nötig • aufpäppeln mit Baby-Brei (ohne Zucker und Milch) evtl. gemahlene Haselnüsse beigeben Wunden Symptome: • blutige, offene Wunden • gerötete Schürfwunden • Brandblasen Ursachen: • Bisse (bei Paarhaltung!!!) • Bisse durch andere Haustiere (z.B. Katzen) • ausgerissene Krallen • Verletzungen durch scharfkantige Gegenstände • Verletzungen durch Feuer (z.B. Kerzen) • Sonnenbrand bei weissen Hörnchen (Sonnenlichtempfindlichkeit) • Photodermatitis bei weissen Hörnchen (durch Buchweizen) Massnahmen: • bei staken Wunden/ Entzündungen oder Schwellungen den Tierarzt aufsuchen • kleinere Wunden mit für Tieren geeigneten Wundspray behandeln • sofortige Trennung der Hörnchen bei Paarhaltung!!! • andere Haustiere von Hörnchen fern halten!!! • evtl. Einstreu aus Voliere entfernen und durch saubere Tücher ersetzen • scharfkantige Gegenstände entfernen oder absichern • während dem Auslauf keine Kerzen brennen lassen • weisse Hörnchen ausreichend vor Sonnenlicht schützen • weissen Hörnchen keinen ungeschälten Buchweizen verfüttern Epilepsie Symptome: • akutes, krampfartiges Wälzen und Winden auf dem Boden • Anfall kann sich minutenlang hinziehen Ursachen: • Epilepsie ist oft die Folge von hohen Stürzen • auch erbliche Komponente sind möglich • Auslöser für einen Anfall sind oft Stress, Futtermangel und Lichtreize (z.B. Flackern einer Leuchtstoffröhre) Massnahmen: • Tierarzt/ Medikamente • Züchter informieren (wenn mehrere Tiere aus derselben Linie Symptome zeigen, dürfen die Zuchtpaare nicht mehr für die Zucht verwendet werden!) • Leuchtstoffröhren entfernen • Stress vermeiden • evtl. Auffangnetze im Käfig montieren Stereotypien/ Käfigkoller Symptome: • Verhaltensstörungen/ sinnlose Bewegungsabläufe die sich ständig wiederholen z.B.: • ständiges im Kreis laufen • langandauerndes hin und her laufen • exzessives Purzelbaum schlagen Ursachen: • zu kleine Volieren • zu wenige Klettermöglichkeiten • zu wenige Beschäftigungsmöglichkeiten • zu wenig Auslauf • Tiere die aus unseriösen Zuchten/ Zoofachgeschäften stammen (traumatisiert) Massnahmen: • Umstellen des Voliereninhalts • Wege die das Hörnchen nimmt versperren • grössere Voliere • mehr Beschäftigungsmöglichkeiten • mehr Auslauf Altersbedingte Leiden (ab 6 – 8 Jahren) Symptome: • allgemeines Nachlassen der Vitalität • Mattigkeit/ Apathie • Abmagerung • Fressunlust • struppiges Fell Ursachen: • altersbedingtes, gehäuftes Auftreten von verschiedenen Beschwerden • geschwächtes Immunsystem Massnahmen • Tierarzt • evtl sich und Kinder auf Abschied vorbereiten • u.U. Hörnchen erlösen, wenn Behandlung nicht mehr möglich ist |