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Vorüberlegungen
Vorüberlegungen für die Zucht von Streifenhörnchen
 
Bevor man Streifenhörnchen züchten will, sollte man sich in aller Ruhe folgende Überlegungen machen:
 
Steht genug Platz zur Verfügung?
• Streifenhörnchen brauchen für eine erfolgreiche Verpaarung viel Platz mit Kletter- Laufmöglichkeiten für ihr „Balzritual“. Am besten ein Auslaufzimmer oder eine neutrale, grosse Zuchtvoliere.
• Zusätzliche Volieren, falls man die Jungtiere nach Erreichen des Selbstständigkeit- Alters (ab 8 Wochen) nicht an neue Halter abgeben kann
• Nach 6 Monaten braucht man für jedes der Jungen eine eigene Voliere, weil es dann zu Revierkämpfen kommen kann
 
Hat man genügend Zeit?
• Das Zuchtpaar sollte während der Paarung nicht ständig in einer gemeinsamen Voliere gehalten werden, deshalb braucht man viel Zeit, sie im richtigen Moment zusammen in den Auslauf zu lassen.
• Die Empfängnisbereitschaft des Weibchens findet alle 7 – 10 Tage statt und richtet sich nicht nach dem Terminkalender der Halter. Es braucht unter Umständen mehrere Anläufe, bis die Verpaarung geklappt hat.
• Während dem gemeinsamen Auslauf muss man die Hörnchen sehr gut beobachten und sie gegebenenfalls sofort voneinander trennen, wenn die Stimmung umschlägt.
 
Ist das Zuchtpaar gesund und sind sich die beiden zugetan?
• Bevor man ein Zuchtpaar aussucht, sollte man die Vererbungslehre von Mendel studiert haben, damit man weiss, welche Tiere man verpaaren darf. (Keine Verpaarung von weissen Hörnchen!!!)
• Man sollte seine Hörnchen gut kennen, damit man eine Selektion treffen kann. Dazu gehören Kenntnisse des Stammbaums (Vorgeschichte/ Erbkrankheiten), Gesundheit, genotypische und phänotypische Merkmale, Verhalten/ Charakter usw.
• Man sollte ein Zuchtbuch führen, was mit sehr viel Arbeit verbunden ist.
• Es kann vorkommen, dass ein Paar keinen Nachwuchs zeugen kann, was verschiedene Ursachen haben kann.
 
Kann man Komplikationen umgehen?
• Es kann leider auch bei Streifenhörnchen zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen. Das Muttertier könnte sterben, krank werden oder die Jungen verstossen/ tot beissen. Kann man mit solch traurigen Situationen umgehen?
• Man muss unter Umständen als Züchter einspringen, wenn die Mutter stirbt oder nicht alle oder gar keine Jungtiere versorgen kann. Das bedeutet alle 2 Stunden die Jungen von Hand füttern auch in der Nacht!! Ist man bereit dazu?
• Wenn man Vollzeit arbeitet, dürfte es schwierig sein, die Jungtiere aufzupäppeln. Man muss vorher mit dem Chef reden. Ist der Chef aufgeschlossen und verständnisvoll?
• Trotz allen Bemühungen könnten die Jungen sterben. Kann man damit umgehen??
• Man sollte also schon vorher auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und alles besorgt haben, was für die Handaufzucht benötigt wird!!
 
Hat man Abnehmer für die Jungtiere und/ oder wie organisiert man sich diesbezüglich?
• Bereits nach 8 – 10 Wochen haben die Jungen das Selbständigkeit- Alter erreicht. Man sollte sich also frühzeitig um neue Halter für die Jungen kümmern
• Es ist mit einigem Aufwand verbunden, Inserate zu schalten und die Interessenten auf „Herz und Nieren“ zu prüfen. Leider ist nicht jeder Interessent für die Haltung von Streifenhörnchen „qualifiziert“ (zu wenig Zeit, zu wenig Platz, zu wenig Kenntnisse usw.)
 
Wenn auch nur einer der oben genannten Punkte Mühe bereitet oder nicht erfüllt werden kann, dann sollte man die Finger von der Zucht lassen!! Streifenhörnchen zu züchten ist mit einer grossen Verantwortung verbunden und deshalb sollte auf keinen Fall blauäugig herum experimentiert werden! Das gebieten die Tierliebe und der Tierschutz!